Wenn du eine alte Schrott-Karre hast, die ständig liegen bleibt und sie aber trotzdem gern hast, dann heißt es doch so schön: “Wer sein Auto liebt der schiebt!” Nun zu gegeben erscheint für viele der Vergleich den ich jetzt daraus auf meine Katzies ableiten möchte etwas hart, aber wer mich kennt weiss das es einfach die nötige Ironie ist, die ich benötige um mit der im weiteren erläuterterten Situation humorvoll umgehen zu können. Das ganze möchte ich nun also auf mein Zusammenleben mit meinen beiden heißgeliebten Pelztigern übertragen. “Wer sein Kätzchen liebt, der tut so manche Dinge bei denen sich andere Leute wahrscheinlich nur verständnislos an den Kopf packen würden!”
Beispielsweise verzichtet man sehr gerne darauf an den Adobe CS4 Tagen teilzunehmen, für die man sich schon längst angemeldet hatte. Ich muss etwas länger ausholen und ein paar Erklärungen vorwegschicken um diese Entscheidung näher zu erläutern.
Seit ungefähr 2 Wochen besteht ein unerbitterlicher Kampf zwischen mir und meinem lieben Kuschelkaterchen. Ich habe von höherer Instanz (Tierärztin) den Auftrag erhalten eine Urinprobe des oben erwähnten pelzigen Mitbewohners zu beschaffen. Gesagt getan! Habe ich mir so gedacht. Aber da habe ich die Rechnung ohne meinen Pelztiger gemacht. Der hat nämlich keine Lust in die liebevoll eingfüllten Plastikkügelchen zu pinkeln sondern fordert laut miauend sein gewohntes nach Babypuder duftendes Katzenstreu und sonst gar nichts. So viel zur Ausgangssituation vor ca. 2 Wochen. Vielleicht noch der Zusatz, dass so ein Vorhaben, wie eine Urinprobe deiner Katze zu besorgen, sich dann noch erschwert wenn zwei Pelztiger durch deine Wohnung streifen. Das bedingt nämlich, dass du auf alle Fälle zu Hause sein musst um sicher zu stellen, dass die Probe auch von der richtigen Katze geliefert worden ist.
So viel zu den Grundvoraussetzungen:
1) Der Kater möchte eigentlich gar nicht mitmachen
2) Der Sachverhalt einer 2ten Katze erzwingt die Anwesenheit von Frauchen bis die Aufgabe gelöst ist
3) Frauchen hat aber eigentlich noch Pläne für ihr eigenes Leben
Vor 2 Wochen habe ich dann begonnen zu Hause zu bleiben so oft und lange es ging und habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass sich mein Katerchen erbarmt und endlich auf das mit sterilen Plastikkügelchen gefüllte Katzenklo geht. Viele Nächte habe ich bis 1:30 Uhr ausgeharrt und bin immer wieder entäuscht worden. Ich musste aktzeptieren der Kater war stärker!!! Er hielt genauso lange aus wie er eben musste um das unangenehme als Fremdkörper empfundene Klo zu vermeiden.
Das hat mich nicht besonders weit gebracht. In der letzten Nacht habe ich dann alles auf eine Karte gesetzt und wollte der umständlichen Situation endlich ein Ende setzen. Ab 1:30 Uhr habe ich vorgespielt ins Bett zu gehen und habe ca. 1 Stunde im Dunkeln vor der verschlossenen Schlafzimmertür gestanden um der Aktivität im Badezimmer zu lauschen. Vergeblich!
Als ich nach 1 Stunde überprüfen wollte, ob mein Beobachtungsobjekt überhaupt noch wach ist - Ich wollte doch möglichst vermeiden,dass er sich längst schon schlafen gelegt hat und ich noch stundenlang umsonst vor dieser Tür stehe - musste ich feststellen, dass er genau das gleiche gemacht hatte in der vergangenen Stunde, wie ich: Er hatte mir gegenüber vor der verschlossenen Tür gesessen und gelauscht was wohl hinter der Tür vor sich gehen würde. Ich habe versucht gute Mine zum bösen Spiel zu machen und beschlossen mich ins Wohnzimmer zu setzen und zu warten. Aber eins war klar:”Ich wollte als Sieger diesen Kampf beschließen!”
Um 3:30 Uhr konnte ich dann völlig erschöpft und übermüdet triumphieren. Ich hatte was ich wollte. Auch wenn dieser Erfolg unbestritten bleibt hatte sich meine Planung für den bereits angebrochenen neuen Tag erledigt und ich habe beschlossen mich heute auf meinen Lorbeeren auszuruhen :)
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